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SciFi/Fantasy
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Die Ankündigung - von Patrick Ellenberger Es handelt sich hier bei um ein Preview eines Science Fiction Thrillers. 2503: Die Agentin Faye entdeckt nicht nur die Pläne eines groß angelegten Angriffs auf die Föderation, sondern auch ein Signal aus den tiefen des Weltalls. Dies scheint mit der mysteriösen Maschine in Verbindung zu stehen, die auf einem abgelegen Planeten gefunden wurde. Auf ihrer Flucht vor jeder Regierung der Galaxis findet sie Zuflucht bei dem Frachtpiloten Rick und seiner Crew.

1. The Others

Der Emulator für das GR Betriebssystem begann leise zu piepen und auf dem Bildschirm von Fayes Laptop füllte sich endlich eine Balkenanzeige. Aber es ging alles viel zu langsam. Faye trommelte nervös mit den Fingern auf den Kunststoff. Die Hälfte der Balkenanzeige war voll. Ihre Nerven lagen blank. Jeden Augenblick könnte jemand in die kleine Speicherzentrale kommen, sie ertappen und dann war die ganze Arbeit umsonst. All die Mühen das Vertrauen dieser Menschen zu gewinnen, die ganzen Datenspeicherungen, das stehlen von Blaupausen, die ganze harte Arbeit – alles dahin, wenn sie jetzt versagte. Sie durfte nicht versagen. Niemals.

Ihr Job verlangte die höchste Konzentration und sie musste den größten Belastungen standhalten. Sie musste die Nerven bewahren, bei allem was sie tat! Ein Fehltritt konnte ihr das Leben kosten. Dies war ihr größter Auftrag und vielleicht würde es nie wieder so etwas großes geben. Hierbei zu versagen war mehr, als nur den Tod zu erleiden.

Die Sekunden zogen sich wie Stunden in die Länge. Faye wischte sich die Schweißperlen von der Stirn. Ihr Herz schlug ihr bis zum Hals. Nur noch ein kleines Stückchen. Ihr Blick huschte durch den Raum, sie erwartete, dass jeden Moment die Tür aufglitt und ein Wachmann hinein kam. „Komm schon!“ fluchte sie zwischen den Zähnen hindurch. Doch mit jedem Blick, den sie auf die Balkenanzeige richtete, schien sich diese immer langsamer zu füllen. Dann blieb sie stehen und für eine ganze Weile tat sich nichts. Faye erstarrte, zwang sich dann aber, tief durchzuatmen und das Problem zu beheben. Sie war mittlerweile so unruhig, dass sie kaum auf die Tastenfelder ihres Laptops drücken konnte. Nein, es half nichts, sie musste den Prozess beenden und noch mal von vorn anfangen! Innerlich stieß sie einen schrecklichen Fluch aus, wischte sich eine Haarsträhne aus dem Gesicht und hätte am liebsten sofort losgeheult. Diese Anspannung drohte sie zu zerreißen. Sie hatte Kopfschmerzen und ihre Augen tränten.

Die Anzeige füllte sich erneut. „Los, schneller!“ flüsterte sie, als hoffe sie der Computer würde darauf hin schneller laufen. Aber es war nur eine Maschine. Eine simple Maschine. Faye fuhr sich noch mal durchs Haar. Sie schwitzte sich zu Tode. Unter dem grau-blauen Arbeitsoverall, hatte sie einen speziellen, von der Firma auf sie zugeschnittenen Anzug an, der aus wiederstandsfähigen Material bestand, dass Fayes Körper bei schnellen Druckausgleichen schützte, ungemein flexibel und strapazierbar war wie Gummi, sie vor Unterkühlung schütze und sogar Kugeln abfangen konnte. So viel Schutz ihr dieser Anzug auch bot, er lag eng wie eine zweite Haut an und man schwitzte ganz fürchterlich darin. Die Firma hatte an alles gedacht, fast alles. Man strahlte zwar nach außen nichts ab, aber dafür sammelte sich die Hitze drinnen. Wie konnten die Leute von der Einsatzentwicklung nur solche Schwachköpfe sein, fragte sich Faye. Die Firma war gut, sie hatte all das hier organisiert, sie hatte sie hineingeschmuggelt, aber wenn sie wieder zurück war, würde sie den Leuten daheim eine gehörige Standpauke halten und Carter McAllister von der technischen Entwicklung in den fetten Arsch treten.

Die Firma, die SEA, die Special Enforcement Agency, war eine Organisation, die eigentlich nicht existierte. Sie stand im Zusammenhang mit der UPSS, dem United Planets Security Service, einer Sicherheitseinrichtung der Föderation. Die SEA war sozusagen so etwas wie eine Elite. Zuständig für Spionage und Innere, als auch Äußere Sicherheit. Nicht einmal der Präsident wusste von der Existenz dieser Einrichtung. Faye hatte sich vor ihrer Rekrutierung nie träumen lassen, dass es so etwas gab. Die UPSS war unter anderem zuständig für Überwachungen, Abhörungen und dergleichen. Die SEA ging da noch tiefer und oftmals hatte sich Faye gefragt, wo die Grenze zwischen legal und illegal verlief bis ihre Vorgesetzten immer wieder sagten: Wir stehen über den Gesetzen des Volkes.

 

Die Balkenanzeige war voll, sie hatte ein weiteres, knapp 200 Gigabyte großes Speicherpaket von den GR- Servern gedownloadet. Der Emulator piepte leise. Es konnte sich nur noch um wenige Minuten handeln bis die Sicherheitssysteme der Computer merkten, dass sie gehackt wurden. Und wenn das geschah, war die Hölle los!

Mit zitternden Fingern fuhr Faye über die Tastatur ihres Laptops und speicherte ihre – in Monate langer Kleinarbeit – gesammelten Daten auf einen einzelnen Speicherchip. Das ganze dauerte nur etwa 30 Sekunden, aber Faye war jede einzelne Sekunde kostbar. Mit einem erheiternden Klicken sprang der Chip mit den darauf gespeicherten Daten aus seinem Fach.

Rasch entfernte sie den Chip, schob in eine Hülle mit der Aufschrift kleine Schweinereien und steckte ihn Pflichtbewusst in den Kragen ihres Spezialanzugs und zog den Reißverschluss des Overalls hoch. Mit einem leisen, erleichterten Seufzer löschte Faye das komplette System ihres Computers, dann fuhr sie ihren Laptop hinunter, klappte ihn zusammen und kappte die Verbindung zum Emulator. Die Kabel zum GR Hauptserver wurden entfernt und wie sich herausstellte, genau zur richtigen Zeit: Die Anzeige auf dem kleinen Gerät war auf einer Sekunde stehen geblieben. Eine Sekunde und man hätte sie entdeckt. Erleichtert atmete sie aus und wischte sich erneut den Schweiß von der Stirn. Mit frischem Mut gestärkt installierte sie das Killervirus von einem ihrer anderen Speicherchips auf dem Hauptserver, in dem sie die Sicherheitssysteme ein weiteres Mal gekonnt umging – es war kein Geheimnis, dass Faye die beste und auch jüngste Hackerin in der SEA war. Kein System war vor ihr sicher. Und auch wenn die Jungs von der GR dachten mit ihrem selbst geschriebenen Sicherheitsprogrammen

 

einen neuen Weltstandart geschaffen zu haben, war Faye einfach durch ihre Absperrungen marschiert, als würde sie einen Spaziergang machen – natürlich ohne Spuren zu hinterlassen.

Das Virus war installiert und ein kleines Icon in Form eines Totenschädels leuchtete auf dem Bildschirm des Servers auf. Dann startete sie das verheißungsvolle, neu installierte Programm: Armageddon und beobachtete mit äußerster Genugtuung wie sich Statusanzeige füllte. Dann begann sich das Chaos aus dem Server auszubreiten und verteilte sich in einer Kettenreaktion über die Datenleitungen der Station. Faye beobachtete den Vorgang breit lächelnd und ertappte sich dabei, wie sie sich eine kleine Pause gönnte.

Als nächstes musste sie den Laptop loswerden. Sie brauchte ihn nicht mehr. Er war nur noch ein Beweisstück das vernichtet werden musste. Das einzige was sie jetzt noch tun musste war, eine Sprengladung in der Speicherzentrale zu deponieren um nicht nur den Hauptserver und alle anderen hoch wichtigen Gerätschaften darin zu vernichten, sondern auch ihren Laptop mit in die Feuerhölle zu schicken. Hatte sie alles miteinander vernetzt, würde sie sich zum Hangar begeben, sich den bereit gestellten Flieger schnappen und verschwinden – dann würde sie die Sprengladungen hochjagen.

Während sie aus ihrer Tasche die benötigten Teile heraus suchte, machte es in ihrem Minikopfhörer klick und eine überheblich klingende Männerstimme ertönte: „Süße, bist du soweit?“ „Halt’s Maul,“ fauchte sie leise zurück, „du sollst mich nicht Süße nennen!“ Die Stimme lachte leise. „Ich leite gerade die letzte Phase ein, wo zum Teufel hast du gesteckt, Carl??“ zischte sie, koppelte zwei kleine, hoch explosive Sprengladungen aneinander und wischte sich erneut eine Strähne ihres braunen Haars aus dem Gesicht. „’ne Pizza holen, Süße.“ „Bleib bei der Sache, du Vollidiot!“ „Es ist nur so, ich kann mich nicht zwischen Schinken-Käse oder Thunfisch entscheiden. Außerdem ist der Kühlschrank nur zwei Meter von meinem Schreibtisch entfernt.“ Er klang völlig gelassen. „Was? Könntest du dich bitte deutlicher ausdrücken?“ „Alles in Ordnung, Süße. Nur keinen Stress. Du machst alles Prima. Keinerlei Probleme von hier aus, deine Flucht müsste ein Kinderspiel werden. Warte, ich check die Kameras.“ Während sie wartete verdrehte sie die Augen. Wenn alles vorbei war, würde sie Carl eigenhändig erwürgen. Aber vorher war dieser Mann der heimliche Geist der gesamten Anlage, ihre Lebensversicherung. „Hey, Carl du Mistkerl, jetzt antworte endlich.“ Keine Antwort. Keine Verbindung. Sie fluchte, wischte sich erneut den Schweiß ab und arbietet weiter. Sie legte die Leitungen für die Sprengladung und suchte die richtige Frequenz für die Fernbedienung, dann verstaute den Laptop mit einer gesonderten Sprengladung hinter dem GR Hauptservern. Drei weitere Ladungen versteckte sie im Raum verteilt an den wichtigsten Stellen, trat einen Schritt zurück und bewunderte ihre tödlichen Geschenke an die GR. Am besten noch mit rotem Geschenkpapier umwickelt, dachte sie, dafür war aber keine Zeit mehr.

„Wenn du mich hören kannst: ich bin soweit. Bitte bestätige, Carl.“ Keine Antwort. „Carl? Wenn du mich hörst, bestätige! Verflucht, du Vollidiot, bestätige endlich! ... ich hab keine Zeit für deine blöden Späße! Carl! Melde dich!“ Aber niemand antwortete. Ihr wurde Übel, ihr Magen verkrampfte sich. Das Blut gefror ihr in den Adern und für einen Augenblick hielt sie inne, einer üblen Vorahnung folgend. Stille, absolute Stille. Doch es kam nichts. Faye versuchte sich zu beruhigen und zischte ins Mikro:

„Verdammt, Carl! Melde dich, das ist ein Befehl!“ Befehle waren Carl egal, außerdem hörte er sowie so nicht auf sie. Er war ihr Vorgesetzter, ein Agent Klasse A. Ein weiterer Moment vollkommener Stille trat ein, sodass Faye das leichte Summen unter ihren Füßen wahr nehmen konnte. Das Licht spiegelte sich an den hellen Wänden des kleinen Raums.

„Carl?“ fragte sie noch einmal und schluckte bitter. Aber es blieb bei einer Funkstille. Sie erinnerte sich an die Einsatzbesprechung: bei Festnahme einer oder mehrerer Personen des Einsatzteams und/oder der Enttarnung eines Mitglieds oder mehrerer, ist die Operation fehlgeschlagen. Die Firma wird jedes Wissen von diesem Einsatz und des Teams leugnen. Das bedeutete im Klartext: Sie war auf sich gestellt, wenn Carl... nicht daran denken, ermahnte sie sich. Was auch immer Carl passiert war, sie hatte bereits einen gewaltigen Fehler begannen: Sie hatte gewartet! Viel zu lange...

 

Dann brach der Sicherheitsalarm los! Mit lautem Sirenengeheul wurde die Anlage in Rotlicht getaucht und Faye machte einen Satz zur Tür! Die Tür glitt zur Seite und Faye stob in den Korridor davon! Der lange Gang war menschenleer und das helle Licht der Neonröhren blendete sie. Keine Schritte, keine Verfolger. Noch nicht. Sie hechtete über den metallenen Boden und riskierte einen Blick in die Seitenkorridore. Doch alle waren sie leer. Das monotone Hupen des Sicherheitsalarms schlug ihr auf die Ohren, das blinkende Rotlicht ließ Adrenalin durch ihren Körper pumpen. Sie lief weiter. Durch Türen und Gänge. Sie musste hier raus. Der arme Carl. Nein, das konnte nicht sein. Niemals. Nicht Carl! Er hatte sie ausgebildet! Er war der beste Agent der Firma. Nicht denken, Faye, sagte sie zu sich selbst. Nicht jetzt! Sie musste den Hangar erreichen bevor sie die Sprengladung zünden konnte! Der Alarm schallte in ihren Gehörgängen wieder und der Boden unter ihren Füßen schien zu vibrieren. Bald würde sie hier nicht mehr alleine sein. Und dann erschallte auch noch eine emotionslose KI-Stimme in den Lautsprecheranlagen:

Sicherheitsalarm! Sicherheitsalarm auf Level 4! Priorität Alpha! Sicherheitsalarm!“ Faye sauste durch die nächste Schutztür und hämmerte mit der Faust gegen den Schließmechanismus! Die Tür schloss sich zischend. Faye hielt die kleine Fernbedienung für die Sprenganlage zitternd in Händen. Sie musste jetzt abdrücken. Wenn Carl wirklich geschnappt war, was sie gerade glaubte, hatte sie keine Wahl! Jetzt! Ihr Finger fand den kleinen roten Knopf und drückte ihn! Es gab einen gewaltigen Knall und Metall schepperte gegen die Sicherheitstür, ein

 

Ruck durchlief die Korridore, dann war es für einen Augenblick still. Nur die Lampen flackerten kurz auf. Doch nur wenige Sekunden nach der Explosion ertönte erneut die KI-Stimme: „Ausfall auf Level 4! Ausfall auf Level 4! Sicherheits- und Drucktüren in den Bereichen A3 bis A8 werden nun geschlossen! Achtung, Achtung! Sicherheits- und Drucktüren in den Bereichen A3 bis A8 werden nun geschlossen!

Faye war bereits ettliche Meter entfernt. Sie rannte um ihr Leben. Und sie dachte nur an eins: Entkommen – und zwar lebend! Jetzt gab es keine anderen Gedanken mehr. Etwas steuerte ihren Körper, lenkte ihn durch den Flur! Ein Urinstinkt dem jedes Lebewesen folgte. Und dieser Instinkt sendete die Nachricht: Überlebe! Egal wie.

Sie befand sich immer noch im Evakuierungsbereich, vor ihr schloss sich die letzte Sicherheitstür! Mit einem Hechtsprung schaffte sie es noch gerade so hindurch zu schlüpfen bevor diese sich schloss! Kaum hatte sich Faye wieder aufgerappelt, prallten Schüsse an der Wand neben ihr ab und sie riss sich herum und sprang hinter eine Ecke!

„Stehen bleiben!“ befahl eine Stimme und die Schüsse verebbten. Faye keuchte, atmete tief durch und versuchte das Beste aus der Situation zu machen. Es fielen keine Schüsse mehr im Korridor, wahrscheinlich warteten die Männer bis sie aus ihrem Versteck käme. Sie atmete die gefilterte Luft ein und konzentrierte sich, dann zog Faye ihre silberne CS und entsicherte sie. Die schlanke Pistole schimmerte im Licht der grellen Lampen. Sie erhaschte einen kurzen Blick auf den Korridor: er war schmal und lang. Drei GR Wachmänner in grauen Overalls standen mit gezückten Gewehren im Gang. Faye wartete bis sich ihr Puls wieder normalisierte, dann öffnete sie noch mal eine Funkverbindung zu Carl. „Hey, Carl! Melde dich, ich steck in der Klemme!“ Eine winzige Hoffnung, es wäre alles nur ein Scherz von ihm, aber es kam keine Antwort. Faye musste weiter bevor man sie hier ausräucherte. Sie musste die drei Kerle aus dem Weg räumen bevor Verstärkung eintraf. „Wir haben sie,“ meldete einer der Männer in seinen Kommunikator, „auf Level 4, Bereich A9. Wir haben sie festgesetzt! Flüchtling trägt einen Arbeitsoverall Klasse 3. Ist wahrscheinlich bewaffnet. Werden sie festsetzen, bitte um Verstärkung, Ende.“ Faye durchlief ein Frösteln. „Ma’am, kommen Sie mit erhobenen Händen raus. Legen Sie die Waffe weg und schieben sie sie über den Gang. Das ist ein Befehl: kommen Sie mit erhobenen Händen raus damit wir Sie in Gewahrsam nehmen können!“ Ja klar, dachte sie, packte all ihren Mut zusammen und stürmte mit einer Hechtrolle quer durch den Gang! Als sie die nächste Ecke als Schutzpunkt erreicht hatte, verebbte der erneute Beschuss. „Kommen Sie raus!“ rief einer der Wachmänner erneut.

Schweißtropfen rannen ihr über das Gesicht. Faye zog den nervenden Overall aus. Sie wollten es also auf die harte Tour, ja? Das konnte sie auch! Sie checkte ihren Spezial-Anzug, zog ihre zweite CS und entsicherte sie. Sie musste an diesen Leuten vorbei, koste es was es wolle! Sie musste zum Hangar, zum Raumschiff und hier weg, sonst war sie Tod.

Faye sprang auf die Beine und stellte sich in den Korridor! Bevor die drei GR Wachleute überhaupt registrieren konnten was geschehen war, wurden sie von Fayes doppelter Feuerkraft durchlöchert und fielen ächzend zu Boden. Die zwei CS’ summten als der Beschuss verebbte und der Hitzequalm glitt wie sanfter Nebel aus ihren Mündungen. Mit einem Zischen setzte der Kühlvorgang ein und leichter Dampf waberte aus den Lüftungsschlitzen. Jede dieser Spezial CS Pistolen konnte 5 Schuss pro Sekunde abfeuern und fasste ein Magazin mit 30 Hochgeschwindigkeitsprojektilen. Der Schuss war nur ein Flüstern. In Fayes Händen eine Killermaschine. Unter ihren Füßen begann die Station zu zittern, als wenn ein Erdbeben sie durchrütteln würde.

Faye nahm die Beine in die Hand und preschte los, machte einen Satz über die Leichen hinweg und bewegte sich in Richtung Hangar! Nur gut, dass sie diese Station in und auswendig kannte, andernfalls hätte sie sich verirrt. Doch es dauerte nicht lange, bis hinter ihr ein Suchtrupp in einem der stahlfarbenen Korridore auftauchte und sie mit Sperrfeuer eindeckte! „Stehen bleiben!“ kreischten sie als ihre Schüsse verebbten.

Faye gelang es noch gerade so hinter einer Ecke in Deckung zu springen. Doch diesmal waren es eindeutig zu viele Gegner! Sie warf die leeren Magazine der beiden CS’ aus und rastete neue ein um sich auf ein heftiges Feuergefecht vorzubereiten. Das ganze war innerhalb weniger Augenblicke aus den Ruder gelaufen! Die ganze Operation verpfuscht! Wenn Faye den Hangar nicht bald erreichte, kam sie hier nicht mehr lebend heraus!

„Wir geben Ihnen 10 Sekunden mit erhobenen Händen und unbewaffnet aus Ihrem Versteck zu kommen. Andernfalls werden wir Sie erschießen!“ hallte die Stimme des Gruppenanführers durch die Gänge. „Verstärkung unterwegs, Chief.“ Sagte eine zweite. Es war soweit, jetzt oder nie! Faye tauchte wie eine Raubkatze aus ihrem Versteck auf und deckte die restlichen Wachleute mit einem Kugelhagel ein! Sie erwischte drei, bevor der Angriff erwiedert wurde und Maschinengewehrsalven ihr entgegen schlugen. Faye rollte sich zur Seite weg und schlitterte hinter eine zweite Ecke. Ein Schuss hatte sie gestreift, sie hatte es am Arm gespührt. Aber der Anzug hatte gehalten. „Vorrücken!“ befahl der Anführer. Sie hörte ihre Stiefel auf dem Boden. Als die letzten drei Männer um die Ecke rauschten um sie zu erschießen, duckte sie sich unter ihren Schüssen weg, trat dem ersten in den Schritt, brach dem zweiten mit einem Aufwärtshieb die Nase und jagte dem dritten eine Kugel durch den Kopf, danach exikutierte sie mit zwei schnellen Schüssen die beiden anderen. Jetzt merkte sie wie sie zitterte. Das war kein gutes Zeichen. Faye machte auf dem Absatz kehrt und rannte weiter!

Hinter sich hörte sie viele Männer und dann Schüsse, die an ihr vorbei oder neben ihr in die Wände schlugen! Der Gang zum Hangar war leer, Gott sei Dank! Sie spurtete in die Kammer wo die Funkanlagen und die Aktivierungskonsolen für die Schleusentore des Hangars lagen. Als sie die Tür zur Kammer mit einem Tritt auftrat, stürmte sie ohne zu zögern ins innere und versetzte den zwei verdutzten Männern an den Konsolen Kopfschüsse. Durch die Sicherheitsfenster sah sie den großen, stählernen Hangar in dem dutzende kleinere, als

auch größere Schiffe und Fahrzeuge standen. Gabelstabler und Kräne hieften Materialien hin und her und Faye aktivierte die Schleusen und rannte hinaus in die Flughalle! Während sie durch die Halle jagte, hörte sie wie sich zischend und dröhnend die Schleuse öffnete und grelles Sonnenlicht den Hangar flutete. Heftige Windböhen und Sand fegten ins innere und mindestens ein Dutzend Soldaten, die sich zu dieser Zeit im Hangar aufhielten, zogen ihre Waffen und den Kopf ein! Sämtliches Zivilpersonal entsetzt ging in Deckung. Bevor sie aber den Raumjet, den Carl für sie klar gemacht hatte erreichen konnte, traf sie etwas hartes am Kopf und sie knallte mit voller Wucht gegen einen Stapel stählerner Kontainer, hinter denen sie sich versteckte und wartete, dass sie Schüsse verebbten. Keuchend und mit zitternden Fingern tastete sie nach ihrem Kopf und spührte das Brennen, als sie die Wunde berührte. Nur ein Streifschuss. Zum Glück hatte das Öffnen der Schleuse für genug Verwirrung gesorgt. Einige Soldaten versuchten verzweifelt die Tore zu schließen um ihr den Fluchtweg abzuschneiden. Ihre letzte Hoffnung war die Plasmagranate an ihrem Gürtel. Ohne länger darüber nach zu denken, zückte sie die silberne Granate, drückte auf den Zündknopf und warf sie über die Kontainer. Sie hörte: „In Deckung!“ Und dann einen lauten Knall, sie sah Licht und spührte ein Kribbeln, dass ihre Nackenhaare zu Berge stehen ließ. Schließlich hechtete sie aus ihrem Versteck, rannte an den paar Leichen und dem schwarzen Brandfleck vorbei und bestieg unter Beschuss den Einmann-Raumjet. Als sie die Luke hinter sich geschlossen hatte und vom Cockpit aus sah wie die Schüsse an dem Flieger abprallten, wurde ihr sehr leicht ums Herz.

Mit schnellen Handgriffen startete sie die Maschinen des Raumjets, umklammerte die zwei Griffe des Steuerknüpels und ließ die Maschine beschleunigen! Von der Wucht der Beschleunigung wurde sie in den Sitz gepresst und der Raumjet schoss wie eine Rakate durch den Hangar, durchs Schleusentor hinaus in die Wüsten von Gesberit. Schnell lag die Station hinter ihr, sie zog die Nase des Fliegers hoch und sah mit Erleichterung wie die heiße Erde des Wüstenplaneten sich entfernte. Als sie durch die Atmosphäre ins All schoss fühlte sie sich plötzlich sehr leicht. Vielleicht lag es auch nur an der Schwerelosigkeit. Mit einem Knopfdruck aktivierte Faye die Norm-Schwerkraft. Ihr Körper erschlaffte, sie sog scharf die Luft ein. Dachte an Carl. Sie hatten ihn erwischt. Und beinahe wäre sie auch draufgegangen. Sie konnte nicht sagen, dass sie Carl gemocht hatte, aber sein plötzlicher Tod nahm sie schon sehr mit. Beruhig dich, Faye, sagte sie sich. Sie hatte alles was sie brauchte. Sie war entkommen. Mit einem leichten Seufzer aktivierte sie den Computer um einen Hyperraumsprung zu berechnen. Mit diesem Flieger kam man nicht sehr weit. Hoffentlich schaffte sie es bis zur Erde. Von da aus nach Galileo zu kommen war einfach. „Hypersprung bereit.“ Meldete eine sanfte KI-Stimme. „Hypersprung aktiviert in 3...“ Ein Knall durchschüttelte den Jet, Faye schlug mit dem Kopf hart gegen die Steuerkonsole und sackte besinnungslos in ihrem Sitz zusammen. „...1... Start.“ Sie spührte nicht mehr wie der Jäger in den Hyperraum sprang. Ihre Verfolger stoppten, drehten bei und zogen sich zurück. Der Raumjet war entkommen.



Zuletzt geändert von Administrator (admin)  am 06.03.2009  um 21:56:54
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